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Matthäus 22:37 gebietet uns: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand [Dianoia]."
Wie wir in Kapitel 10 besprochen haben, ist das griechische Wort für "Verstand" im ersten Gebot Dianoia. Dianoia bedeutet korrekter übersetzt "1 Bemerkt, daß Gott diese Heiligen nicht gebeten hat, "ihn mit ihrer ganzen Willenskraft zu lieben". Doch als Jesus dieses selbe Shema in Matthäus 22:37 zitiert, sagt er: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele [und dann fügt er hinzu:] 2 Warum?
Ich glaube, daß Jesus uns neutestamentliche Gläubige ermahnt, "ihn mit all unserer übernatürlichen Willenskraft zu lieben", weil wir 3
Wir haben die Autorität und die Kraft des innewohnenden Geistes, der uns befähigt, ein Leben in völligem Gehorsam zu Gottes Willen zu leben. Die Heiligen des Alten Testaments hatten den Geist Gottes, der sie führte und ihnen zur Seite kam, aber er hat nie in ihnen "gewohnt", wie er das in uns tut. Der Geist Gottes ist derjenige, der uns die Kraft und die Autorität gibt, ein Wille mit Gott zu werden.
Die Schrift sagt uns, daß wir, wenn wir "wiedergeboren werden", nicht nur einen neuen Geist und ein neues Herz empfangen, sondern auch eine neue übernatürliche Willenskraft (Dianoia)4. Diese neue Willenskraft gibt uns die Autorität und die Kraft, uns selbst beiseite zu stellen und Gottes Willen zu wählen, auch wenn wir nicht wollen und uns nicht danach fühlen oder nicht denken, daß es funktionieren wird. Deswegen ist unsere neue Willenskraft der "5
Ich glaube, unsere übernatürliche Willenskraft hält die "6 (Hervorhebung vom Autor)
Wir assoziieren diese Schriftstelle immer mit dem Feind (ihn binden und lösen durch den Heiligen Geist). Aber im persönlichen Sinn bedeutet binden wörtlich "verbieten oder sich selbst verbieten" und lösen bedeutet "erlauben oder sich selbst zuzulassen".
Prüft es für Euch selbst, aber ich glaube, diese Schriftstelle sagt, daß wir (durch Gottes übernatürliche Willenskraft in uns) die Autorität und die Kraft zu wählen besitzen, entweder "sich selbst zu verbieten" (wählen, sich selbst zu unterwerfen, zu übergeben und beiseite zu stellen) und nach dem Geist zu leben, oder wir haben die Kraft und Fähigkeit "das Selbst zuzulassen" (wählen, das Selbst regieren zu lassen) und nach dem Fleisch zu leben.
Exousia
Wir haben die delegierte Autorität und Kraft Gottes uns "hinzugeben" und zu tun, was Gott will, oder wir können "an uns festhalten" und tun, was uns gefällt. Das griechische Wort für diese "freie Wahl"-Entscheidung ist 7
Diese Menschen können jene "entgegengesetzten Entscheidungen" nicht treffen, obwohl sie sich verzweifelt ändern und nicht ihren Emotionen und Wünschen folgen wollen mögen, weil sie nicht die übernatürliche Kraft in sich besitzen, um es zu tun. Römer 7:18 sagt uns, daß "das Wollen bei [jedem von uns] vorhanden ist", aber "wie wir das Gute vollbringen können" nicht.
Mit anderen Worten, wir alle - Gläubige wie Nichtgläubige - können wählen. Wir alle können entgegengesetzte Entscheidungen treffen. Aber nur Christen haben die übernatürliche Kraft und Fähigkeit in sich, daß sie fähig sind, diese entgegengesetzten Entscheidungen in ihrem Leben auszuführen und zu vollbringen!
Was so aufregend ist am Wählen von Gottes Willen vor unseren eigenen Wünschen, ist die Tatsache, daß Gott, nachdem wir die entsprechenden "Glaubensentscheidungen" getroffen haben, zu seiner vollkommenen Zeit unsere Gefühle und Gedanken verändert, um sie an die Glaubensentscheidungen anzupassen, die wir getroffen haben. Mit anderen Worten, zu seiner Zeit richtet Gott unsere Gefühle an unseren Entscheidungen aus.
Also sind wir 8 Er wird uns dann befähigen, diese schwierigen Menschen in unserem Leben zu lieben. Ich weiß, wenn wir unseren Teil tun - Gott lieben und 70 mal sieben Mal bedingungslos vergeben - dann wird Gott treu sein, seinen Teil zu tun: Uns wieder Seine Liebe und Vergebung geben und uns befähigen, richtig zu reagieren. Gleichzeitug glaube ich, daß Gott uns lehren wird, wie wir "weise" in Liebe leben können, indem wir vielleicht die Fallen vermeiden können, die uns fortwährend in dieselbe verletzende Situation kommen lassen.
Hal Lindsey hat mir einst gesagt: "Nur, weil wir noch immer über jene verletzende Situation und die beteiligte Person nachdenken, heißt das nicht, daß wir ihr nicht vergeben haben." An eine vergangene Situation zu denken und völlig von ihr eingenommen zu sein sind zwei verschiedene Dinge. Das hat mir in einigen Umständen in meinem Leben wirklich geholfen.
Unsere einzige Verantwortung ist es, daß wir gewillt sind, entgegengesetzte Entscheidungen (Glaubensentscheidungen) zu treffen, jener Person zu vergeben und Gott zu lieben. 9
Es ist Gottes Sache, wann er uns erlaubt den Sieg zu "fühlen". Er erlaubt oft das Verstreichen einiger Zeit, um unseren Glauben zu stärken und zu sehen, ob wir "ohne irgendetwas zu fühlen" wandeln werden. Satan will natürlich diese Zeitspanne verwenden, um uns zu verwirren, uns zu entmutigen und in unser Ohr zu flüstern: "Gott ist nicht treu, und es funktioniert nicht für dich." Satan will, daß wir diese negativen Gedanken wieder aufnehmen, über sie nachgrübeln und sie wieder vergraben.
Nach einem schmerzhaften Umstand, ist der erste Tag manchmal emotional stabil, weil wir frisch sind und wir wissen, wie wir Gottes Weg vor unserem wählen können. Wenn jedoch die Nacht kommt, nehmen wir oft jene schmerzlichen Gedanken und Gefühle zurück, indem wir über sie immer wieder nachgrübeln und das Ereignis in unserem Kopf wieder aufleben lassen. "Sie hat gesagt...", "Er hat gesagt...", "Ich hätte sagen sollen..." usw. Am nächsten Tag ist diese Verletzung zu Zorn geworden, und dann ist ein ganzes neues Set von Entscheidungen erforderlich. Und so geht es weiter ... bis wir uns schließlich weigern, diese gottlosen Gedanken überhaupt zu unterhalten und Gott schließlich unsere Gefühle an unseren Entscheidungen ausrichtet.
In meinem Buch "Warum soll ich die erste sein, die sich ändert?" habe ich diese Moment-für-Moment-Entscheidungen unsere "M & M's" genannt. Hört Euch einen Brief an, den mir eine Frau kürzlich über unsere ständigen M & M-Entscheidungen geschrieben hat: "Ich schätze, man könnte sagen, daß mein Leben wie das Machen von weichem Zuckerwerk war. Ich hatte all die Zutaten in der Pfanne, drehte die Platte hoch auf und ging dann weg in der Erwartung, daß es sich von selbst kochen würde. Ich war zu beschäftigt, um ständig umzurühren. Und so wurden meine guten Absichten immer verbrannt. Meine Tochter und ich rufen uns jetzt regelmäßig an (zwischen Arizona und Kalifornien) und machen unsere "M & M Checks" um sicherzugehen, daß jede von uns das Zuckerwerk Moment für Moment überprüft und ständig umrührt."
Gott hat im Grunde zwei Arten von Willen. Im Griechischen sind es 10
In Römer 6:7 steht: "Denn wer gestorben ist [wer das Eigenleben gekreuzigt hat oder das Selbst verboten hat], ist freigesprochen von der Sünde".
Unsere unkontrollierten Gedanken sind gezügelt, unsere wilden Emotionen sind kontrolliert und beiseite gesetzt und unsere selbstzentrierten Wünsche sind hingegeben worden.11 Gott hat alles, was er uns (zur Zeit) zeigen wollte, aus unseren Verborgenen Kammern hervorgebracht, und wir haben darauf reagiert, indem wir mit ihnen umgegangen sind. Gottes Leben aus unserem Herzen kann jetzt frei hervorkommen und unsere Seele füllen. Offensichtlich wird es viele weitere Dinge in den Verborgenen Kammern geben, die Gott in der Zukunft angehen will.
Seid Euch bewußt, wenn wir dieses innere Abenteuer mit Gott beginnen, daß es einige Zeit brauchen wird, bis diese neue Art zu denken und zu wählen etabliert ist. Wir müssen lernen, das Treffen von Glaubensentscheidungen zu einer Angewohnheit zu machen, genauso, wie es unser ganzes Leben lang eine Gewohnheit gewesen ist, emotionale Entscheidungen zu treffen. Jahrelang haben wir über die Entscheidungen, die wir treffen, nicht einmal nachgedacht, wir haben einfach reagiert und das getan, wonach wir uns gefühlt haben. Also seid Euch bewußt, daß es einige Zeit brauchen wird, neue Gewohnheitsmuster zu etablieren.
Unsere alten Gewohnheitsmuster und konditionierten Reaktionen sind jetzt schon so automatisch, daß es sehr bequem ist, so zu handeln. Schließlich haben wir jahrelang so gedacht und so gewählt. Diese neuen "übernatürlichen Reaktionen" werden fremd und ungewohnt sein. Also erwartet keinen leichten oder schnellen Übergang.12 Haltet jedoch durch, laßt Euch nicht vom Feind abbringen. Gott ist treu, und er verheißt uns, uns freizusetzen, wenn wir unseren Teil tun.
Wir müssen lernen, zuerst zu denken. Wir wollen nicht mehr einfach "reagieren". Wir müssen so denken und dann reagieren, wie Gott es von uns will. Ich verspreche Euch, daß diese neue Art des Denkens und Wählens nach wiederholtem Gebrauch zur ersten Natur werden 13
Unser Eigenleben hat an diesem Punkt die Herrschaft übernommen. Wir sagen, daß wir Christen sind, und manifestieren doch 14
Es hängt alles an unserer Entscheidung: Bist Du gewillt, alles beiseite zu stellen, was Du denkst, was Du willst und was Du fühlst, um das zu tun, was Gott will? Oder wirst Du Deinen eigenen selbstzentrierten Gedanken, Emotionen und Wünschen nachgeben?
Eine Frau rief mich nach einem meiner Seminare an und sagte: "Ich sehe und erkenne, daß ich diese Entscheidungen treffen muß, aber ich versage dauernd." Mit anderen Worten, sie "sah" ihre Entscheidungen, aber sie war nicht fähig, Gott diese Entscheidungen durch sie auszuführen zu lassen. Ich sagte ihr: "Hey, Pat, sei nicht entmutigt; du machst das gut! Zumindest erkennst du deine Entscheidungen! Vor zwei Wochen war es dir nicht einmal bewußt, daß du eine Entscheidung treffen mußt. Zuerst mußt du lernen, daß du eine Entscheidung treffen mußt, dann kannst du lernen, wie du sie treffen kannst."
Also wird der Kampf zwischen dem Geist und dem Fleisch entweder gewonnen oder verloren, Moment für Moment, im Bereich unserer Willenskraft. Mit anderen Worten, unsere Entscheidung ist es, wo Sünde beginnt. Unsere Entscheidung, unseren Emotionen, Gedanken und Wünschen vor dem zu folgen, wozu Gott uns veranlaßt, ist das, was Gottes Geist auslöscht und zu Sünde wird.
Erinnert Euch an Römer 14:23: "Alles [jede Entscheidung] aber, was nicht aus Glauben ist, ist Sünde" und Jakobus 4:17: "Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut es nicht [entscheidet sich, es nicht zu tun], dem ist es Sünde."
Jede Unwilligkeit, Gott zu gehorchen, schlägt die Tür unseres Herzens vor Gott zu - und das ist Sünde.15 Erinnert Euch, es ist nicht Sünde, den ursprünglichen schlechten Gedanken zu haben. Wir sind menschlich, und wir werden gottlose Gedanken haben, bis wir Jesus sehen. Die Sünde tritt ein, wenn wir wählen dem zu folgen, was jener negative Gedanke uns eingibt zu tun, vor dem, was Gott uns sagt, das wir tun sollen! Wir sündigen und werden von Gott getrennt,16 wenn wir diese Gedanken "unterhalten und über sie nachsinnen", anstatt sie sofort Gott zu übergeben. Dort wird der Geist ausgelöscht, beginnt Sünde und übernimmt das Eigenleben die Herrschaft.
Eine Frau rief vor nicht allzu langer Zeit an und sagte, daß sie so entmutigt ist, durch den anscheinenden Mangel an Fortschritt in ihrem christlichen Leben. Sie dachte, je länger sie ein Christ sei, desto weniger selbstzentriert würde sie werden. Aber es geschah einfach nicht so, sagte sie. Mit anderen Worten, sie dachte, daß sie mit der Zeit ihr "Eigenleben verbessern könnte".
Ich sagte ihr, daß sie sich damit abfinden müsse, daß sie einfach genauso wie der Rest von uns ist. Ich sagte ihr: "Ob du ein Jahr lang oder 51 Jahre lang Christ bist,
1 "Kraft" bedeutet äußerst oder vollkommen oder ganz.
2 In Sprüche 3:5 steht: "Stütze dich nicht auf deinen Verstand" (3 Epheser 1:17-19; 4:23
4 Hebräer 8:10 und 10:16 (schlagt immer das griechische Wort nach)
5 1. Korinther 7:37
6 Matthäus 18:18
7 Epheser 4:17-18
8 Siehe Kapitel 8.
9 Siehe Kapitel 13: "Festungen des Feindes".
10 Johannes 14:30
11 Römer 6:13
12 Lukas 5:30
13 Römer 6:12
14 5. Mose 30:19-20
15 Offenbarung 3:7
16 Siehe Kapitel 11: "Was ist Sünde" und "Nichts soll uns trennen".
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